Poolwasser testen – Wichtige Messverfahren und Parameter

poolwasser testen anleitungDamit das Poolwasser jederzeit klar ist und keine gesundheitliche Gefahren birgt, muss es z. B. mit einem Poolsauger oder entsprechender Poolchemie gepflegt werden. Aber damit die richtigen Pflegemaßnahmen wirken können, muss man das Poolwasser regelmäßig testen. Hier gilt es, verschiedene Parameter ins Gleichgewicht zu bekommen, sodass Desinfektionsmittel wie Chlor oder Algizid ihre Wirkung entfalten können. Das Poolwasser testen und das Ableiten von geeigneten Maßnahmen stellt bei vielen Poolbesitzern eine großere Herausforderung dar. Deshalb wollen wir hier das Wichtigste zu diesem Thema beitragen.

Poolwasser testen – warum ist das wichtig?

Das Poolwasser muss getestet werden, um eventuellen Ungleichgewichten entgegentreten zu können. Dazu gehört die Messung des pH-Wertes und der Menge des Desinfektionsmittels. Bei frühzeitigem Erkennen von nicht optimalen Werten kann noch mit wenig Aufwand dafür gesorgt werden, dass sich die Qualität des Poolwassers verbessert und dieses nicht droht zu kippen.

Wichtige Berechnungen und Parameter

Beim Poolwasser testen gibt es verschiedene Berechnungen und Parameter, die berücksichtigt werden müssen. Grundlage einer korrekten Zugabe von z. B. Poolchemie ist zunächst die Berechnung des Beckenvolumens. Nur so lässt sich das Poolwasser korrekt testen und eventuelle Maßnahmen ergreifen. Hierzu gehören zunächst die Berechnung des Beckenvolumens sowie die Ermittlung verschiedener Parameter wie der pH-Wert und der unterschiedlichen Desinfektionsmittel.

Berechnung des Beckenvolumens

Damit die Wasserpflegemittel richtig wirken, ist eine korrekte Dosierung entsprechend der Wassermenge notwendig. Deshalb ist es erforderlich, die Menge des Wassers im Schwimmbad zu kennen, bevor man das Poolwasser testen möchten. Gerechnet wird dabei in Metern. Das Volumen des Beckens wird in Kubikmetern bestimmt. Ein Kubikmeter (m³) entspricht 1000 L.

  • Rechteckbecken

Länge x Breite x durchschnittliche Tiefe

  • Rundbecken

Radius x Radius x 3,14 x Tiefe

  • Unregelmäßiges Becken

Den Pool in Abschnitte teilen und diese einzeln berechnen und das Ergebnis summieren

Wie werden Konzentrationen im Poolbecken gemessen?

Grundsätzlich werden Konzentrationen im Schwimmbadbereich in “parts per million“ (ppm) oder „Milligramm pro Liter“ (mg/l) gemessen.

Hierzu gilt folgendes:

1 ppm = 1 part per million = 1 Millionstel

1 mg/l = 1 tausendstel eines Gramms/Liter = 1 Millionstel/Liter

Liest man also auf einer Farbskala eine Farbe der entsprechenden Konzentration in ppm entspricht dies der gleichen Konzentration in mg/l und umgekehrt.

Poolwasser testen – wichtige Grundparameter 

Die folgenden drei Parameter bilden die Grundlage für eine ausgewogene chemische Zusammensetzung des Poolwassers und sollten daher beim Poolwasser testen berücksichtigt werden.

1. pH-Wert 

Der pH-Wert gibt Auskunft darüber, ob das Wasser sauer, neutral oder alkalisch (basisch) ist. Er wird beeinflusst durch den Gehalt an freier Kohlensäure und bestimmt die Wirksamkeit der Desinfektionsmittel und die Korrosivität des Wassers.

Ist der pH-Wert unter 7, ist das Wasser sauer, bei 7 ist es neutral und über 7 ist es alkalisch (basisch). Bei einem zu niedrigen pH-Wert wird das Wasser zunehmend korrosiv und kann Materialschäden hervorrufen. Bei einem zu hohen pH-Wert nimmt die Wirkung des Chlors ab, wodurch das Wasser zunehmend zu Kalkablagerungen neigt und sich das Wasser dadurch trüben kann. Bakterien und Keime breiten sich schneller aus.

Der pH-Wer liegt im Optimalfall zwischen 7,2 und 7,6 liegen. Dieser kann z. B. elektrometrisch oder mit Teststreifen gemessen werden. Allerdings sollte auch die Wasserhärte bei der Einstellung des korrekten pH-Wertes berücksichtigt werden.

Idealer pH-Wert unter Berücksichtigung der Wasserhärte:

Hartes Wasser6,8 – 7,4
Mittelhartes Wasser7,2 – 7,8
Weiches Wasser7,4 – 8
Sehr weiches Wasser7,8 – 8,2

Der pH-Wert kann durch Faktoren wie Wassertemperatur, Schmutzeintrag oder Häufigkeit der Poolnutzung verändert werden. Aus diesem Grund ist eine regelmäßige Kontrolle ratsam. Mit speziellen pH-Hebern und pH-Senkern kann der Wert aber ganz einfach angepasst werden. Lösen Sie das Mittel gemäß den Anwendungshinweisen mit entsprechender Wassermenge auf und verteilen Sie diese mit einer Gießkanne auf der Wasseroberfläche. Lassen Sie das Mittel einwirken und kontrollieren den pH-Wert einige Stunden später nochmal.

2. Säurekapazität

Beim Poolwasser testen ist ebenso wichtig die Säurekapazität. Unter Säurekapazität versteht man auch Säurebindungsvermögen, Säureverbrauch oder Alkalinität. Die Säurekapazität ist notwendig, um die Auswirkungen der in das Beckenwasser eingetragenen Hilfsstoffe auf den pH-Wert auszugleichen. Zudem wird dadurch die Flockenbildung und damit die Filtratqualität erhöht sowie der pH-Wert in den genannten Grenzen stabilisiert.

Der Idealwert liegt zwischen 80 und 150 ppm. Die Beobachtung der Säurekapazität ist wichtig für die korrekte Einstellung des pH-Wertes. Eine zu niedrige Säurekapazität kann für einen schwankenden pH-Wert verantwortlich sein. Eine Anpassung der Säurekapazität ist durch im Fachhandel erhältliche Produkte möglich.

3. Calciumhärte

Eine zu hohe Konzentration an Calcium kann zu Eintrübungen des Wassers bis hin zum Beschlagen der Poolwände, Leiter oder des Filtersandes führen. Idealerweise sollte der Calciumgehalt im Wasser 300 mg/l betragen. Eine Konzentration über 600 mg/l kann zu Kalkausfällen führen. Die Anpassung der Calciumhärte nach oben oder unten ist durch im Fachhandel erhältliche Produkte möglich.

Idealwerte von Desinfektionsmitteln

Als Richtwert sind folgend die Idealwerte der gebräuchlichsten Desinfektionsmittel für den Pool aufgeführt.

Chlor
Als Privatbetreiber kann die Entscheidung über den Chlorgehalt im eigenen Pool individuell gefällt werden. Jedoch ist es bei einer manuellen Zugabe ohnehin nicht möglich, einen bestimmten Wert exakt einzuhalten. Der Idealbereich von Chlor im Poolwasser sollte bei 0,5 und 1,5 mg/l liegen.
Brom
Die Oxidationskraft von Brom ist schwächer als beim Chlor, sodass dieses in höheren Konzentrationen im Wasser vorhanden sein muss. Der Idealbereich liegt hier bei 3,0 und 5,0 mg/l.
Aktivsauerstoff
Aktivsauerstoff ist eine hochwirksame Alternative zu Chlor und ist insbesondere bei kleineren Becken oder Whirlpools zu empfehlen. Die Konzentration sollte hier zwischen 3,0 und 8 mg/l liegen.

Kurzübersicht über Parameter-Idealwerte

Zusammenfassend sind folgend die wichtigsten Parameter aufgeführt, die beim Poolwasser testen beachtet werden sollten.

pH-Wert7,2 – 7,6
Säurekapazität80 – 150 ppm
Calciumhärte200 – 400 mg/l
Chlor0,3 – 1,5 mg/l
Brom3,0 – 5,0 mg/l
Aktivsauerstoff3,0 – 8 mg/l

Poolwasser testen – welche Messverfahren gibt es?

Beim Poolwasser testen gibt es diverse Methoden. Folgend sind die unterschiedlichen Messverfahren aufgeführt.

1. Poolwasser testen mit einem Teststreifen

Poolwasser testen Teststreifen

Quelle: Amazon.de*

Teststreifen sind das erste Mittel der Wahl, wenn man zu Hause unter Laienbedingungen das Poolwasser testen möchte. Dazu nimmt man am besten eine Stelle am Pool, die möglichst weit von Düsen und Skimmer bzw. Pumpe entfernt ist. Der Teststreifen wird kurz ins Wasser getaucht, allerdings nicht nur oberflächlich, sondern rund 30 cm unter die Wasseroberfläche.

Danach sollte der Teststreifen still für ca. 10 bis 15 Sekunden an der Luft trockne, bzw. von überschüssigem Wasser befreit werden. Die sich dann ergebenden Verfärbungen können mit der Farbskala auf der Dose verglichen werden, in der man die Teststreifen kauft.

2. Pooltester mit Reagenztabletten

Der Pooltester wird ebenfalls ca. 30 cm tief ins Wasser getaucht, dann dreht man ihn um und nimmt ihn wieder aus dem Wasser. Es folgt die Zugabe der Reagenztabletten. Die Öffnung wird mit dem Daumen verschlossen, ehe man das ganze Gefäß ein paarmal schüttelt. Dann können die Verfärbungen verglichen werden. Die Kosten liegen ähnlich wie bei den Teststreifen.

3. Poolwasser testen mit einer professionellen Untersuchung

Gibt es größere Probleme mit dem Wasser, kann sich eine professionelle Untersuchung lohnen. Das Ergebnis geht in der Regel mit Tipps einher, welche Chemikalien zuzusetzen sind um das Problem zu lösen. Dafür wird eine leere, saubere Wasserflasche so lange unter Wasser gedrückt, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Die befüllte Flasche kann so zum Experten gebracht werden, den man über das Internet findet.

Wie oft sollte man das Poolwasser testen?

Üblicherweise testet man das Poolwasser einmal wöchentlich. Bei starker Hitze oder wenn das Wasser beginnt sich zu verfärben, sollte sofort eine Messung eingeleitet werden.

Maßnahmen bei schlechten Werten

poolwasser testen

Trotz regelmäßig durchgeführter Poolpflege kann es sein, dass die Werte nicht im idealen Bereich liegen. Das kann viele Ursachen haben wie plötzlich steigende Temperaturen oder stark erhöhter Blüten- und Polleneintrag. Folgende Maßnahmen können nach dem Poolwasser testen ergriffen werden.

1. Poolwasser testen und Chlormenge anpassen

Hat der Test ergeben, dass die Chlormenge nicht entsprechend ist, sollte dies sofort korrigiert werden. Eventuell kann eine Stoßchlorierung Abhilfe schaffen.

2. pH-Senker- oder Heber einsetzen

Als schnelle Maßnahme beim Poolwasser testen können diese Mittel zum Einsatz kommen- Die beiden Chemikalien zum Heben oder Senken des pH-Wertes werden entsprechend der Angaben auf der Packung und des Testergebnisses dem Wasser zugesetzt.

3. Algizid verwenden

Diese Chemikalie kann entsprechend den Hinweisen auf der Verpackung eingesetzt werden, wenn das Testergebnis dies angezeigt hat.

4. Poolsauger & Co

Gegen verunreinigtes Wasser hilft auch eine gründliche Poolreinigung mit Poolsauger, Bürste etc. Danach kann es nötig sein, eine Stoßchlorierung durchzuführen, um die gelösten Substanzen zu neutralisieren.

5. Filteranlage

Auch die Reinigung der Filteranlage kann angezeigt sein. Beispielsweise kann der Filtersand gewechselt werden, der sonst keine Verschmutzungen mehr filtern kann.

Fazit: Poolwasser testen

Der Test des Poolwassers ist wichtig, um die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Erst dann ist das Wasser wieder entsprechend unschädlich und schön. Deshalb sollte man dafür Zeit und Geld unbedingt investieren.